Wie steht’s eigentlich um Augmented Reality?

Wie steht’s eigentlich um Augmented Reality?

2013 erschien mit “Google Glasses” die erste AR-Brille für den Massenmarkt. Sie scheiterte spektakulär. Wie steht es heute um Augmented Reality? Und wie können Onlinehändler sie nutzen?

Alle Welt spricht über Virtual Reality (VR) und die vielen Möglichkeiten, die sich durch 3D-Brillen wie Oculus Rift oder Samsung Gear VR ergeben. Über Augmented Reality (AR) scheint dagegen kaum jemand zu sprechen. Das ist bemerkenswert – denn das Geschäft mit AR-Applikationen boomt.

Experten von Digi-Capital haben in einem aktuellen Report Zahlen zu den voraussichtlichen Einnahmen durch VR und AR im Jahr 2020 gegenübergestellt. Und diese haben es in sich: Die Analysten rechnen im VR-Bereich mit Einnahmen von rund 30 Mrd. Dollar, im "unbekannteren" AR-Bereich hingegen mit Einnahmen von rund 120 Mrd. Dollar.

Augmented Reality Beispiel

Wie kommt es, dass alle über Virtual Reality sprechen, während der größere Markt eigentlich der Augmented-Bereich zu sein scheint? Es liegt vor allem daran, dass AR-Lösungen weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit in Forschung und Industrie eingesetzt werden. Medizinstudenten können durch AR-Brillen virtuelle Körper erforschen, Lageristen können vollautomatisch den schnellsten Weg zum Produkt gezeigt bekommen – und haben dabei sogar noch die Hände frei zum Arbeiten.

Doch während Augmented-Reality-Anwendungen im Berufsalltag zur Normalität werden, sieht es im privaten Bereich ganz anders aus. Woran liegt das? Bevor wir die Gründe dafür aufzeigen, klären wir kurz, wie sich Augmented Reality von der deutlich bekannteren Virtual Reality unterscheidet.

Was ist Augmented Reality?

Bei der Virtual Reality taucht der User komplett in eine virtuelle, vom Computer erzeugte Welt ein und ist von seiner realen Welt optisch komplett abgeschnitten. Bei der Augmented Reality sind die Nutzer nicht von der realen Welt abgekapselt, sondern bleiben ein Teil von ihr. Hier werden lediglich virtuelle Objekte über eine Brille oder ein Display der realen Welt hinzugefügt. 

Das wohl bekannteste Beispiel für Augmented Reality ist das Spiel Pokémon Go: Über die Smartphone-Kamera wird die Umgebung des Spielers auf das Display übertragen, während die Technik ein virtuelles Monster hinzufügt. Der Spieler sieht somit über sein Smartphone animierte Pokémons auf seinem Tisch oder dem Wohnzimmerboden sitzen.  

Das Potenzial von Augmented-Reality-Brillen

Abgesehen von Pokémon Go und einigen wenigen anderen Apps hat es die Augmented Reality auf dem Massenmarkt bislang schwer. Trotzdem arbeiten derzeit Unternehmen an der Entwicklung von AR-Brillen: die Osterhut Design Group will zwei Modelle für den Massenmarkt herausbringen, und auch Magic Leap arbeitet an einer eigenen Brille.

Werden diese Modelle mehr Erfolg haben als Google? Fraglich! Denn AR-Brillen haben ein gewaltiges Imageproblem. Diese Herausforderungen gilt es zu meistern:

1. AR-Brillen und die Frage der Mode

Neue, spannende Technologie hat es normalerweise nicht schwer, angenommen und adaptiert zu werden. Anders ist es jedoch, wenn sie dem Nutzer gut sichtbar auf der Nase sitzt. Denn dann spielen plötzlich auch Fragen der Mode eine Rolle. Solange sich AR-Brillen deutlich von herkömmlichen Brillen unterscheiden, werden sie es beim Publikum einfach schwer haben.

Augmented Reality Mode Fashion

2. Augmented Reality: Bitte mehr Feingefühl!

Kurz nachdem 2013 “Google Glasses” auf den Markt kam, gab es in den USA für die Träger der Google-Brille schnell einen wenig schmeichelhaften Spitznamen: “Glassholes”. Denn die Nutzer zeigten oft wenig Feingefühl: Brillen wurden auch dort getragen, wo Smartphones und Co nicht erlaubt oder erwünscht waren. Außerdem führten die Brillen dazu, dass die Träger oft abgelenkt waren und ihre Mitmenschen ignorierten. Nicht sehr charmant!

3. “Sag mal, filmst Du mich?”

Doch das größte Problem von Google Glasses? Viele Menschen hatten schlichtweg Angst, ohne ihr Wissen gefilmt oder fotografiert zu werden. Es ist einfach unangenehm, wenn einem der Gesprächspartner über sein Brillengestell ununterbrochen eine Kamera ins Gesicht hält – selbst wenn er sie nicht zur Aufnahme nutzt.

Fazit: Langer, aber vielversprechender Weg

Mit diesen Imageproblemen werden auch die neuen AR-Brillen zu kämpfen haben.  Für Nutzer und Hersteller wird es nicht leicht sein, die Ängste abzubauen. Doch gesellschaftliche Normen und Gewohnheiten können sich bekanntlich ändern, auch wenn es lange dauert. Und so kann es gut sein, dass wir eines Tages doch sagen werden: “Wie haben wir früher eigentlich ohne AR gelebt?”

AR, Augmented Reality, Electronic Consumer Goods, Gaming

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Posted by Benedikt Mohr